Im Juni 2026 begeben sich 51 Schülerinnen und Schüler der Hildegardisschule Bingen und des Otto-Schott-Gymnasiums Mainz unter Organisation des Vereins SchUM-Städte e.V. auf eine bedeutsame Gedenkstättenfahrt nach Polen. Diese Reise ist der Höhepunkt einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus, die im Schuljahr zuvor mit dem Projekt „Gemeinsam an Eugen Salomon erinnern“ begann. Eugen Salomon, der jüdische Mitbegründer und erste Vorsitzende des heutigen 1. FSV Mainz 05, wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 haben seine Biografie aufgearbeitet, einen Ort des Gedenkens am Stadion des 1. FSV Mainz 05 geschaffen und treten diese Fahrt nun als Anerkennung für ihr besonderes Engagement an.
Das fünftägige Programm führt die Jugendlichen an die Orte des Schreckens, um das Unvorstellbare greifbar zu machen. Nach einer zwölfstündigen Anreise, die bereits für die inhaltliche Einstimmung auf jüdische Biografien genutzt wird, folgen zwei intensive Tage in der Gedenkstätte Auschwitz. Neben Führungen durch das Stammlager und das Vernichtungslager Birkenau nehmen die Teilnehmer an Workshops teil, die sich mit Einzelschicksalen sowie den Berichten von Kindern über den Holocaust befassen. Ein Besuch der Stadt Krakau mit einer Führung zum dortigen jüdischen Leben sowie der Besuch der Emaillewarenfabrik von Oskar Schindler runden die historische Einordnung ab. Den Abschluss bildet eine Reflexion über modernen Antisemitismus und die aktuelle politische Lage in Europa, um die Lehren aus der Geschichte in die Gegenwart zu übertragen.
Diese wichtige Bildungsreise wird durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Partner ermöglicht. Gefördert wird das Projekt durch den 1. FSV Mainz 05 e.V. mit der Initiative „Mainz 05 hilft“, das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) Dortmund, die Bethe-Stiftung, Mittel aus dem Bundesprogramm „Jugend erinnert“ sowie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dank dieser Förderung können unsere Schülerinnen und Schüler als „Zeugen der Geschichte“ ein bleibendes Zeichen gegen das Vergessen setzen.
(Co/Cz)