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: Geschichtsunterricht mal anders

Am 14.06.2019 stand in der 10b eine Doppelstunde Geschichte der besonderen Art auf dem Programm: Ingrid Kipp, die Oma von Julia aus der Klasse, erklärte sich zu einem Zeitzeugengespräch bereit.

Im Vorfeld hatten die Schülerinnen bereits im Rahmen der Unterrichtsreihen "Deutschland in der Nachkriegszeit" sowie "Leben in der BRD und DDR" einiges über die deutsch-deutsche Geschichte erfahren und davon ausgehend Fragen an die Zeitzeugin vorbereitet. Frau Kipp, geboren im Jahr 1933 in Guben an der heutigen deutsch-polnischen Grenze, berichtete über ihre Kindheit im Dritten Reich, die lebensbedrohliche Flucht nach dem Kriegsende 1945 vor der sowjetischen Armee mit einem durch Holzgas betriebenen Auto quer durch Deutschland, die schöne Zeit des Studiums in Leipzig und ihre wechselnden Berufe (u. a. als Berufsschullehrerin). Ferner war sie Anfang der 50er-Jahre aus der DDR in den Westen geflüchtet und über West-Berlin, Hannover, Konstanz und Mainz schließlich in Bingen-Büdesheim gelandet, das fortan zu ihrem festen Lebensmittelpunkt wurde. Ihre sehr interessanten, fließenden und bildreichen Erzählungen unterbrach sie immer wieder für Fragen vonseiten der Schülerinnen. In der angenehmen Gesprächsatmosphäre bei kleinen Snacks und Getränken vergingen die beiden Geschichtsstunden wie im Fluge. Wir bedanken uns herzlich für diese aufregende Reise in die Vergangenheit!

Johann-Christoph Glöckner